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Ein vollständiger Leitfaden zu Polyvinylchlorid

2026-06-05

Polyvinylchlorid (PVC) ist ein häufig verwendeter polymerer Werkstoff, der aus Vinylchlorid-Monomeren synthetisiert wird. Der Polymerisationsprozess beruht auf radikalischen Reaktionen, die durch Peroxid‑ und Azoverbindungen als Initiatoren ausgelöst oder durch äußere Licht‑ und Wärmebedingungen initiiert werden können. In seiner reinen industriellen Form liegt PVC als geschmacks‑, geruchs‑ und ungiftiges weißes Pulver vor. Es weist in der Regel eine Dichte von 1,35 bis 1,45 auf. Reines PVC zeichnet sich durch eine äußerst geringe Wasseraufnahme sowie eine sehr niedrige Luftdurchlässigkeit aus. Hinsichtlich der Löslichkeit ist es in Wasser, Benzin, Alkohol und Vinylchlorid unlöslich, während es sich in Ketonen, Estern sowie chlorierten Kohlenwasserstofflösungsmitteln lösen kann.
Dieses Material zeichnet sich durch eine hervorragende chemische Korrosionsbeständigkeit sowie zuverlässige elektrische Isoliereigenschaften für konventionelle industrielle Anwendungen aus. Dennoch weist es auch deutliche Leistungsmängel auf: Es verfügt über eine geringe Schlagzähigkeit und zeigt bei Kontakt mit Sauerstoff sowie in Hochtemperaturumgebungen eine mangelnde Stabilität, wodurch es im Laufe der Zeit leicht zu einem molekularen Abbau kommt.

Arten von Polyvinylchlorid

Auf der Grundlage von Unterschieden in den praktischen Anwendungen und den jeweiligen Anforderungen können PVC-Harze grob in drei Hauptkategorien eingeteilt werden: PVC-Harze für allgemeine Zwecke, hochmolekulare PVC-Harze sowie vernetzte PVC-Harze.
Unter ihnen werden allgemeine PVC-Harze nach einem konventionellen Verfahren hergestellt, bei dem ein Initiator die Polymerisationsreaktion von Vinylchlorid-Monomeren auslöst und schließlich das fertige Harz entstehen lässt. Hochmolekulare PVC-Harze hingegen sind eine spezialisierte Harzsorte, die durch Zugabe von Kettenverlängerern zum Polymerisationssystem der Vinylchlorid-Monomere gewonnen wird. Das Herstellungsverfahren für vernetzte PVC-Harze unterscheidet sich: Während der Polymerisation der Vinylchlorid-Monomere werden Vernetzungsmittel mit Dienen- oder Polyenen‑Strukturen zugesetzt, die an der Polymerisation teilnehmen und letztlich funktionelle PVC-Harze ergeben.

Physikalische Eigenschaften von Hart-PVC und Weich-PVC

Dichte

g/cm³

1,3–1,45

1,1–1,35

Wärmeleitfähigkeit

W/(m·K)

0,14–0,28

0,14–0,17

Fließgrenze

Psi

4500–8700

1450–3600

MPa

31–60

10,0–24,8

Youngscher Modul

Psi

490000

/

MPa

3.4

/

Biegefestigkeit (Fließgrenze)

Psi

10500

/

MPa

72

/

Druckfestigkeit

Psi

9500

/

MPa

66

/

Linearer Wärmeausdehnungskoeffizient

mm/(mm·℃)

5×10⁻⁵

/

Vicat-Erweichungstemperatur

°C

65–100

/

Volumenwiderstand ᵃ

Ω·m

1016

/

Oberflächenwiderstandskraft ᵃ

Ω

/

/

Wofür wird Polyvinylchlorid verwendet?

PVC Es ist in hohem Maße verarbeitbar und lässt sich an zahlreiche Formgebungsverfahren anpassen, darunter Extrusion, Spritzgießen, Kalandrieren und Blasformen. Mithilfe dieser Verarbeitungstechniken können Hersteller eine breite Palette von Produkten herstellen, darunter Rohre, Rohrverschraubungen, Stangen, Profile, Folien, Platten, Isoliermaterialien für Drähte und Kabel, Kunstleder, Bodenfliesen, Spielwaren, Schuhprodukte, Flaschen, Schallplatten, geschäumte Werkstoffe, Dichtungsmaterialien sowie Fasern. Aufgrund seiner vielseitigen Leistungsfähigkeit und seiner einfachen Verarbeitbarkeit hat PVC in der Leichtindustrie, im Bauwesen, in der Landwirtschaft, in der Elektroindustrie sowie in alltäglichen Anwendungsbereichen breite Verbreitung gefunden.

Polyvinylchlorid wird zur Herstellung von Kunststoffflaschen, Verpackungen sowie Bank- oder Mitgliedskarten verwendet. Durch die Zugabe von Weichmachern wird PVC weicher und flexibler. Es findet Anwendung in Rohren, Kabelisolierungen, Bodenbelägen, Beschilderungen, Schallplatten, aufblasbaren Produkten sowie als Ersatz für Gummi.

Häufig gestellte Fragen

Ist Polyvinylchlorid giftig?

Polyvinylchlorid (PVC) ist ein weit verbreiteter Kunststoff, dessen Lebenszyklus mit einer Reihe von Gesundheits- und Umweltrisiken verbunden ist. Zusatzstoffe, die zur Verbesserung der Eigenschaften von PVC eingesetzt werden, können zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen, darunter Leberschäden, Unfruchtbarkeit, Krebs sowie kognitive Beeinträchtigungen – insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie Kindern.

Woraus besteht Polyvinylchlorid?

Polyvinylchlorid (PVC) ist ein synthetisches Kunststoffpolymer, das hauptsächlich aus zwei Grundbestandteilen besteht: Salz (etwa 57 %) und Kohlenwasserstoffen, die aus Erdöl oder Erdgas gewonnen werden (etwa 43 %).

Ist Polyvinylchlorid recycelbar?

Ja, Polyvinylchlorid (PVC, Recyclingcode Nr. 3) ist technisch gesehen recycelbar.

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